Ein Antrieb, der kraftvoll tonnenschwere Lasten schiebt, muss auch millimetergenau und verlässlich stoppen. Um dem System zu sagen, wann die exakte Endposition erreicht ist, nutzt man in der Praxis externe mechanische, magnetische oder optische Endschalter beziehungsweise integrierte Inkrementalgeber und Weggeber in der Steuerung, die jeden zurückgelegten Millimeter der Spindel präzise mitzählen.
Ein absolutes No-Go im regulären Betrieb ist das sogenannte „auf Block fahren“ – also das unkontrollierte Stoppen der Bewegung durch einen harten mechanischen Anschlag aus Vollmetall. Dieser Anschlag dient ausschließlich als letztes Notfall-Sicherheitsnetz, falls die Sensorik komplett ausfällt. Wer seinen Spindelantrieb im Alltag regelmäßig gegen den Anschlag knallen lässt, ruiniert auf Dauer unausweichlich Gewinde und Getriebe.
Doch was passiert, wenn jemand plötzlich den Stecker zieht oder der Strom im gesamten Werk ausfällt? Fällt die gehobene Last dann ungebremst zu Boden? Hier spielt das eingesetzte Gewinde eine lebensrettende Rolle. Trapezgewinde mit flacher Steigung sind oft statisch selbsthemmend. Die Reibung im Stillstand ist so groß, dass die Last das Gewinde physikalisch nicht rückwärts aufdrücken kann. Hocheffiziente Kugelgewindetriebe haben jedoch absolut keine Selbsthemmung. Fällt hier der Strom aus, saust die Last sofort nach unten. Um das zu verhindern, werden in der Regel sogenannte Federdruckbremsen direkt an den Elektromotor geflanscht. Diese Bremsen sind im stromlosen Zustand fest geschlossen und öffnen erst, wenn der Motor wieder Spannung bekommt. In kritischen Branchen wie der Medizintechnik oder bei Hubbühnen werden diese Bremsen oft redundant ausgeführt.
Genau hier setzt Langguth Antriebstechnik mit cleveren Sonderlösungen an: Anstatt sich bei vertikalen Hubanwendungen auf das ineffiziente Trapezgewinde zu verlassen, verlagern unsere Ingenieure die statische Selbsthemmung einfach komplett in das vorgeschaltete Schneckengetriebe. So kann der Kunde einen hocheffizienten, reibungsarmen Kugelgewindetrieb nutzen. Das selbsthemmende Getriebe hält die Last statisch im Positionshalt und unterstützt die Motorbremse, wodurch ein unkontrollierter Absturz redundant verhindert wird. Eine Win-Win-Situation für Konstruktion und Sicherheit.