Schneckengetriebe in Nahaufnahme

Präzisionsgetriebehersteller: Spielfreie
Antriebstechnik für den Maschinenbau

In der Medizintechnik, der Robotik oder bei hochgenauen Zustellbewegungen definiert sich die Qualität eines Präzisionsgetriebes über das, was es nicht tut: Es hat kein Spiel, es vibriert nicht und es erzeugt keine Laufgeräusche. Wo Standardgetriebe systembedingt mit toleranzbedingtem Verdrehspiel arbeiten, beginnt die Fertigungstiefe von Langguth. Als Präzisionsgetriebehersteller liefern wir Antriebe, bei denen das Spiel konstruktiv minimiert wird – durch gezielte Bearbeitung der Verzahnungsgeometrie und den Einsatz hochwertiger Werkstoffpaarungen.

Ihre Anwendung verlangt exakte Positionierung und Laufruhe? Sprechen Sie mit unserer Technik über machbare Toleranzen.

Konstruktive Details: Wie Präzision in einem Getriebe entsteht

Der Weg zum Präzisionsgetriebe führt über die Fertigung der Einzelteile. Ein entscheidender Unterschied zum Standard liegt in der Bearbeitung der Schneckenwelle. Unsere Flanken der gehärteten Stahlwelle sind präzise geschliffen, um eine perfekte Oberflächengüte und Geometrie zu erreichen. Dies ist die Voraussetzung für einen vibrationsarmen Lauf.

Doch die beste Welle nützt nichts ohne das passende Gegenstück. Wir paaren die Stahlschnecke mit einem Schneckenrad aus spezieller Hochleistungsbronze. Diese Materialkombination bietet nicht nur exzellente Notlaufeigenschaften, sondern ermöglicht durch engste Fertigungstoleranzen ein minimiertes Zahnflankenspiel. Ein weiteres Detail unterscheidet uns von Volumenherstellern: An kritischen Stellen, etwa zwischen Welle und Nabe, verzichten wir oft auf spielbehaftete Passfederverbindungen. Stattdessen setzen wir auf kraftschlüssige Pressverbände, um jegliches Spiel im Antriebsstrang schon an der Wurzel zu beseitigen.

Langlebigkeit in anspruchsvollen Umgebungen

Ein Präzisionsgetriebe muss seine Eigenschaften über Jahre halten. Ein Antrieb, der bereits nach sechs Monaten ein unzulässig hohes Verdrehspiel aufweist, ist für unsere Kunden in der Bahntechnik oder Medizintechnik wertlos. Unsere Auslegung zielt auf extreme Lebensdauern ab. Im Schienenverkehr, etwa bei Einstiegssystemen, sind Nutzungsdauern von bis zu 40 Jahren gefordert. In der Medizintechnik, beispielsweise für Patientenliegen oder Diagnosegeräte, kalkulieren wir immer mit über 10 Jahren.

Um dies zu gewährleisten, setzen wir als Präzisionsgetriebehersteller auf sorgfältig dimensionierte Lagerungen und spezielle Schmierstoffe, die den Verschleiß in der Verzahnung minimieren. Zwar unterliegt jede Mechanik physikalischem Abrieb, doch durch die Kombination aus gehärtetem Stahl und zäher Spezialbronze bleibt die Grundpräzision über den Lebenszyklus stabil erhalten.

Planen Sie eine Anlage mit extremen Laufzeiten? Nutzen Sie unsere Erfahrung in der dauerfesten Auslegung von Getrieben.

Systembetrachtung: Die Abstimmung auf die Toleranzkette

Ein Präzisionsgetriebe agiert nie isoliert, sondern ist immer Teil eines mechanischen Gesamtverbunds. Die Investition in High-End-Antriebstechnik ist nur dann zielführend, wenn sie sich in der Performance der Gesamtanlage widerspiegelt. Als Präzisionsgetriebehersteller analysieren wir daher die gesamte Kinematik, angefangen bei der Steifigkeit des Maschinengestells bis hin zur Lagerung der Last.

Unser Engineering-Ziel ist die Harmonisierung der Toleranzfelder. Weisen Peripheriekomponenten wie Führungen oder die Statik der Maschine größere Abweichungen auf als der Antrieb selbst, wäre eine spielfreie Auslegung physikalisch nicht nutzbar. In diesem Fall konfigurieren wir den Antrieb so, dass er exakt zum Genauigkeitsgrad der Anlage passt. Das Ergebnis ist eine technisch homogene Lösung, bei der Antrieb und Applikation auf demselben Qualitätsniveau arbeiten.

Präzision im Härtetest: Drei Beispiele aus der Praxis

Die wahre Leistungsfähigkeit eines Präzisionsgetriebes zeigt sich in der Anwendung. Ein Blick auf drei Beispiele aus unserer Unternehmenspraxis verdeutlicht, wie unterschiedlich die Anforderungen an Spielfreiheit sein können.

Bei der Firma IBL, einem Pionier für Dampfphasenlötanlagen, entscheidet die absolute Ruhe des Antriebs über die Qualität elektronischer Baugruppen. Während des Lötprozesses darf keine Vibration auf die empfindlichen SMT-Komponenten übertragen werden, da sonst Lufteinschlüsse, sogenannte Lunker, die Lötstelle schwächen würden. Wir entwickelten hierfür ein spezielles Doppelschneckengetriebe. Der Fokus der Konstruktion lag auf maximaler Vibrationsarmut und einem minimierten Getriebespiel, um den Schlitten absolut sanft durch die Dampfphase zu führen.

Eine gänzlich andere Herausforderung stellte sich bei unserem Kunden Sipos im Bereich der Armaturen-Antriebe. Hier geht es um höchste Regelgüte im Dauerbetrieb. Ein Ventil muss nicht nur „auf“ oder „zu“ sein, sondern exakte Zwischenpositionen über Jahre halten. Unsere Lösung war das S 80-Schneckengetriebe, das wir tief in die Regelungstechnik integriert haben. Durch die Kombination eines einzigartigen Getriebekonzepts mit einem Frequenzumrichter entstand eine Einheit, die selbst unter permanenter Last präzise Stellbefehle umsetzt.

Hochdynamisch wird es hingegen in der Kunststoffindustrie bei Wittmann Battenfeld. Die Entnahme-Roboter an Spritzgießmaschinen arbeiten im Sekundentakt. Der Greifer fährt in das offene Werkzeug, entnimmt das heiße Teil und fährt heraus. Jede Ungenauigkeit würde hier zu einer Kollision mit der teuren Spritzgussform führen. Unsere Planeten- und Schneckengetriebe wurden hierfür speziell auf das Verhältnis von Schnelligkeit zu Positioniergenauigkeit optimiert, um eine nahtlose und prozesssichere Integration in die Automation zu gewährleisten.

Akustik als Qualitätsindikator: Die Stille der Präzision

In sensiblen Umgebungen wie der Medizintechnik, etwa in MRT-Geräten oder bei verstellbaren Patientenliegen, sowie in der Bühnentechnik ist Lärm ein Ausschlusskriterium. Ein Standardgetriebe verrät sich oft durch ein rhythmisches Mahlen oder Klicken.

Als Präzisionsgetriebehersteller optimieren wir unsere Antriebe auf minimale Körperschallemissionen. Durch die extrem glatten, geschliffenen Flanken und die exakte Anpassung des Tragbilds verhindern wir, dass mikroskopische Unebenheiten Schwingungen auslösen. Das Ergebnis ist ein Antrieb, der nicht nur präzise positioniert, sondern auch akustisch unauffällig bleibt. Dies ist ein entscheidender Faktor für den Patientenkomfort oder die Audioqualität in Studios.

Sie benötigen einen Antrieb, der nicht nur präzise, sondern auch leise ist?

FAQ: Häufige Fragen

Durch geringe Fertigungstoleranzen, besondere Zahnformen und exakte Montage. Konkret: geschliffene Schneckenwellen, Hochleistungsbronze für Schneckenräder und Pressverbände statt Formschluss. Wenn das nicht ausreicht, verwenden wir Lösungen mit einstellbarem Achsabstand. Verschleißarme Materialien sichern die Präzision langfristig.

Überall dort, wo Positioniergenauigkeit und Laufruhe entscheidend sind: Maschinenbau, Medizintechnik (Diagnoseverfahren), Robotertechnik, Schienenindustrie (bis 40 Jahre Lebensdauer) und hochwertiger Sondermaschinenbau.

Viele Baureihen arbeiten nach dem „Fit and Forget“-Prinzip – lebensdauergeschmiert und gekapselt, keine Wartung im Normalbetrieb. Bei offenen Systemen oder extremen Belastungen empfehlen wir Wartungsintervalle für Schmierstoffe.

Nein, das wäre „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“. Bei reinem Transport ohne kritische Positionierung ist ein Standard-Industriegetriebe wirtschaftlicher. Oft genügt auch ein angepasstes Standardgetriebe (Flansch, Welle). Wir beraten Sie gerne.

Unsere Flexibilität ermöglicht aber auch kleine Losgrößen wirtschaftlich. Da wir Schlüsselkomponenten (Wellen, Räder, Verzahnungen) im Haus fertigen, realisieren wir Prototypen und Sondermaße mit speziellen Toleranzanforderungen problemlos.

Ihr Ansprechpartner

Foto von Glen Gebhardt

Glen Gebhardt
Telefon: +49 (0)911 95214-11
E-Mail: g.gebhardt@langguth-antriebe.de

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E-Mail: g.gebhardt@langguth-antriebe.de

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