Die wahre Leistungsfähigkeit eines Präzisionsgetriebes zeigt sich in der Anwendung. Ein Blick auf drei Beispiele aus unserer Unternehmenspraxis verdeutlicht, wie unterschiedlich die Anforderungen an Spielfreiheit sein können.
Bei der Firma IBL, einem Pionier für Dampfphasenlötanlagen, entscheidet die absolute Ruhe des Antriebs über die Qualität elektronischer Baugruppen. Während des Lötprozesses darf keine Vibration auf die empfindlichen SMT-Komponenten übertragen werden, da sonst Lufteinschlüsse, sogenannte Lunker, die Lötstelle schwächen würden. Wir entwickelten hierfür ein spezielles Doppelschneckengetriebe. Der Fokus der Konstruktion lag auf maximaler Vibrationsarmut und einem minimierten Getriebespiel, um den Schlitten absolut sanft durch die Dampfphase zu führen.
Eine gänzlich andere Herausforderung stellte sich bei unserem Kunden Sipos im Bereich der Armaturen-Antriebe. Hier geht es um höchste Regelgüte im Dauerbetrieb. Ein Ventil muss nicht nur „auf“ oder „zu“ sein, sondern exakte Zwischenpositionen über Jahre halten. Unsere Lösung war das S 80-Schneckengetriebe, das wir tief in die Regelungstechnik integriert haben. Durch die Kombination eines einzigartigen Getriebekonzepts mit einem Frequenzumrichter entstand eine Einheit, die selbst unter permanenter Last präzise Stellbefehle umsetzt.
Hochdynamisch wird es hingegen in der Kunststoffindustrie bei Wittmann Battenfeld. Die Entnahme-Roboter an Spritzgießmaschinen arbeiten im Sekundentakt. Der Greifer fährt in das offene Werkzeug, entnimmt das heiße Teil und fährt heraus. Jede Ungenauigkeit würde hier zu einer Kollision mit der teuren Spritzgussform führen. Unsere Planeten- und Schneckengetriebe wurden hierfür speziell auf das Verhältnis von Schnelligkeit zu Positioniergenauigkeit optimiert, um eine nahtlose und prozesssichere Integration in die Automation zu gewährleisten.